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Leckeres Gänse essen......
VIER PFOTEN und BILD am Sonntag decken auf:


Rupfen und Stopfen - Fleisch und Feder "Made in Hungary"

Das Leben einer Gans oder Ente in Ungarn beginnt mit der Geburt in einer Brüterei. Tausende Küken werden dort pro Stunde "produziert".

Von dort geht die Reise in die so genannten Aufzuchtbetriebe. Die Tiere werden oft in langen Folientunneln gehalten, die in Ungarns Süden überall zu sehen sind. Was in diesen Schuppen passiert, bleibt vor der Öffentlichkeit verborgen.

Dass Zuschauer nicht erwünscht sind, zeigte der brutale
Anschlag auf VIER PFOTEN Tierschützer mit einer Axt durch einen ungarischen Entenmäster. VIER PFOTEN hat darüber hinaus in den letzten Wochen über 200 Morddrohungen erhalten.

80% des Gänse- und Entenfleisches "Made in Hungary" werden in Deutschland verkauft; auch ein großer Teil der Daunen geht nach Deutschland. Damit ist der deutsche Verbraucher der wichtigste Kunde und verantwortlich für das Grauen der ungarischen Geflügelproduktion.

VIER PFOTEN Undercover in einer ungarischen Gänsefarm

Der Horror beginnt mit dem ersten Rupfen; die jungen Gänse werden mit wenigen Wochen das erste mal gerupft, das heißt ein sogenannte „Rupfer“ reißt der Gans die Daunen und weichen Federn aus. Nur die langen Federn, die für weiche Kissen und Jacken unbrauchbar sind, bleiben den Tieren. Bem Rupfen am Rücken, Bauch und Hals sind die Tiere wehrlos, denn die Füße sind zusammengebunden und die Flügel fixiert.

Das Rupfen ist schmerzhaft, die Tiere schreien und sind anschließend mit zahlreichen kleinen Wunden übersät.

Bei etwa jedem zweiten Tier passiert Schlimmeres: Die Haut reißt auf. Mit einer großen Nadel wird die klaffende Wunde vom „Rupfer“ wieder zugenäht. Als Desinfektionsmittel wird Industriereiniger verwendet – auf der Flasche steht "giftig".

Nach dieser Tortur taumeln die Gänse unter Schock und Schmerzen herum. Viele bleiben in den hohen Daunenbergen liegen, erschöpft, verletzt, nicht selten sterbend. Am Zaun endet die Flucht. Die Tiere drücken sich panisch gegen den Maschendraht, einige ersticken sich so selbst. Dieser Vorgang wiederholt sich. Die Stopfgänse und Enten werden zweimal gerupft.

Am Ende ihrer "Aufzucht" kommen die Tiere in die Stopfmast. Dort werden sie in körperenge Käfige gesperrt, denn Bewegung bremst das Leberwachstum. Zwei bis dreimal am Tag wird den Gänsen und Enten mit einer Maschine zäher Maisbrei in den Magen gepumpt. Die Menge ist vergleichbar mit 13 Kilogramm Nudeln, dreimal täglich für den Menschen.

Die Tiere leiden unter der Zwangsmast – in Deutschland wäre sie eine Straftat, genau wie das Rupfen.. Nach zwei Wochen können die Tiere kaum atmen, die fette kranke Leber zerdrückt die Organe, die Tiere haben Fieber und können weder schnattern noch aufstehen. In einer Halle mit 3.000 Enten ist kein Laut zu hören. Jedes vierte Tier stirbt an den Qualen.
 

Das Ende kommt nachts: Tiertransporter bringen tausende Tiere in den Schlachthof; dort findet die letzte Tragödie eines schlimmen Tierlebens statt: Die Betäubung versagt, die Tiere müssen miterleben und fühlen, wie sie ausbluten und in Stücke geschnitten werden.

Ein Großteil des Fleisches und der Federn der Tiere gehen nach Deutschland. Auf den Entenkeulen oder Gänsebrüsten ist von den Qualen des Rupfens oder den Grausamkeiten der Stopfmast nichts zu lesen. Der Kunde kauft das billige Geflügelfleisch aus Ungarn, denn er ahnt nicht, was er kauft und finanziert.

Die Supermarktketten, wie Edeka und Globus, haben kein Interesse an Transparenz, denn die Gewinne mit dem minderwertigen Fleisch der gequälten Tiere sind riesig.
 

Tierquälerei mit TÜV-Siegel

Die Federn und Daunen werden für Jacken, Decken, Kissen oder gar Isolierungen für Häuser verwendet. Auch hier steht nur "Made in Hungary" auf den Produkten; die Bettenindustrie und Bekleidungsketten wollen von der Realität nichts wissen. Sie berufen sich darauf, dass die Gänsebetriebe TÜV-Deutschland-geprüft seien. Die Tierquälerei trägt also das Gütesiegel des deutschen TÜV.

Der Kunde hat keine Chance festzustellen, wie die Ware produziert wurde. Die Daunen kommen aus Ungarn, Polen und China. Drei Länder, in denen Lebendrupfen auf der Tagesordnung steht.

Eine Kennzeichnung ist nicht vorgeschrieben. Einige Firmen schreiben auf Waren, die Federn würden nicht aus „Lebendrupf“ stammen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die arme Gans vor dem letzten Rupfen des toten Körpers im Schlachthof nicht bis zu dreimal unter dem „Lebendrupf“ leiden musste.
 

VIER PFOTEN fordert ein Verbot der Stopfleberproduktion und des Federrupfens in Europa. Die Tierschutzorganisation warnt vor ungarischen Gänse- und Ententeilen  (
Informationsliste Stopfleberindustrie) sowie vor Produkten mit Federn oder Daunen.

Es gibt gute Alternativen: So kann der Verbraucher statt Daunen zu tierfreundlichen Materialien wie Polyesterfüllungen oder Kapok greifen, die zudem bei Nässe bessere Eigenschaften aufweisen. Statt Quälfleisch sollten Konsumenten Fleisch aus tiergerechter Freilandhaltung oder pflanzliche Alternativen wählen – sie sind darüber hinaus gesünder und klimaschonend.

 
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